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Regionale Chemotherapie (RCT) bei Brustkrebs: Ergebnisse einer retrospektiven Beobachtungsstudie

Schema: Isolierte Thoraxperfusion mit Chemofiltration (ITP-F)

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Ergebnisse einer multizentrisch retrospektiven Beobachtungsstudie mit 162 Patienten mit fortgeschrittenem metastasierten Mammakarzinom.

BURGHAUSEN, GERMANY, March 14, 2019 /EINPresswire.com/ -- Mit jährlich 70.000 Neuerkrankungen in Deutschland führt Brustkrebs die traurige Statistik der häufigsten Krebsarten bei Frauen an. Ca. 17.850 Frauen sterben jedes Jahr an der heimtückischen Krankheit. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Dabei steigt das Risiko mit zunehmenden Alter. Jüngere Frauen sind nur selten betroffen, erst ab dem 40. und besonders ab dem 50. Lebensjahr erhöht sich das Risiko, um ab dem ca. 70. Lebensjahr wieder abzusinken. Das mittlere Erkrankungsalter für Brustkrebs liegt mit ca. 64 Jahren einige Jahre unter dem Durchschnitt aller Krebserkrankungen, wobei jede vierte Betroffene jünger als 55 Jahre und jede Zehnte jünger als 45 Jahre alt ist. Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit einigen Jahren, und dieses trotz steigender Rate an Neuerkrankungen. Das primäre Mammakarzinom ist heute erfolgreicher behandelbar als je zuvor – mit gezielteren und oft weniger belastenden Methoden.

Anders sieht es jedoch aus, wenn bereits eine Metastasierung vorliegt. Etwa drei von hundert Frauen sind bereits bei der ersten Diagnose von metastasiertem Brustkrebs betroffen. Langfristig muss insgesamt jede vierte Patientin mit Metastasen rechnen. Bei einem Mammakarzinom verläuft die Risikokurve jedoch etwas anders als bei den meisten anderen Krebserkrankungen: Auch noch viele Jahre nach der ersten Erkrankung sind Metastasen nicht völlig ausgeschlossen. Am häufigsten sind Knochenmetastasen, Lebermetastasen und Lungenmetastasen.

Das mediane Gesamtüberleben bei metastasiertem Brustkrebs liegt bei etwa 2 Jahren. Bei triple-negativen Mammakarzinomen mit Lungenmetastasen ist die Überlebenszeit weitaus niedriger. Diese Patienten sind oft inoperabel und sprechen auf systemische Chemotherapie meist nicht an.


In einer kürzlich in Updates in Surgery veröffentlichten retrospektiven Beobachtungsstudie von Prof. Dr. Karl R. Aigner, Ärztlicher Direktor am Medias Klinikum Burghausen, in Kooperation mit Prof. Dr. Stefano Guadagni, Universität L’Aquila und dem Nationalen Krebsinstitut Mailand (Fondazione IRCCS Istituto Nazionle Tumor Milano), mit 162 Patienten mit fortgeschrittenem metastasierten Mammakarzinom, wurde mit der regionalen Chemotherapie in Form der isolierten Thoraxperfusion eine mit den Daten anderer Krebsregister nahezu gleiche Überlebenszeit erreicht (Gesamtansprechrate bei ITP von 65,52 %).

Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode zeichnete sich jedoch in der Untergruppe der mit systemischer Chemotherapie vorbehandelten und in Progression befindlichen Patienten aus. Hier konnte mit der isolierten Thoraxperfusion (ITP) eine mediane Überlebenszeit von 29 Monaten, gut ein halbes Jahr länger, bei sehr guter oder sogar einer Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.

Siehe: Stefano Guadagni, Karl R. Aigner, et al. Isolated thoracic perfusion in lung metastases from breast cancer: a retrospective observational study.
In: Updates in Surgery: https://doi.org/10.1007/s13304-018-00613-0

Das Wirkprinzip ist leicht erklärt: Bei der regionalen Chemotherapie werden die Zytostatika unmittelbar in die Blutgefäße, die den Tumor und seine Umgebung versorgen, verabreicht. Dort entfaltet sie durch die hohe Wirkkonzentration die unmittelbare Wirkung am Tumor. Wie bei der systemischen Chemotherapie gelangen auch bei der RCT Zellgifte in den Blutkreislauf, jedoch zu gering um den Patienten zu schädigen oder größere Nebenwirkungen zu verursachen. Je nach Art, Größe und Metastasierung eines Tumors wird eine bis zu 10-fache, in schwierigen Fällen auch bis zu 70-fache, Zytostatikakonzentration erreicht.

Für den Gesamtorganismus bestehen trotzdem weitaus weniger Nebenwirkungen als bei einer herkömmlichen Therapie, da mit Hilfe der systemischen Entgiftung, der sogenannten Chemofiltration, das Blut im Anschluss an jeden Eingriff gereinigt wird. Dementsprechend kommt es hier auch zu wesentlich geringeren gesundheitlichen Belastungen für Betroffene. Dies trifft beim Mammakarzinom insbesondere bei der Behandlung von Lungenmetastasen mittels der Technik der isolierten Thoraxperfusion zu.

Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung über möglichst lange Zeit zu kontrollieren, tumorbedingte Symptome zu verhindern und vor allem die Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Zu den Tumoren mit sehr guter Ansprechrate auf die RCT gehören auch das Pankreas-, Ovarial-, Bronchial- sowie Kopf-Hals-Tumore. Auch bei primären Lebertumoren und -metastasen ist die Regionale Chemotherapie in Form der Chemoembolisation eine wirkungsvolle und weitgehend anerkannte Methode.

Weitere Informationen zur RCT auch unter www.medias-klinik.de.

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